Frischer Teer und mehr

Kreta ist im Winter sowas wie das Fahrradparadies fuer Nordeuropaeer. Es ist meistens super Wetter bei Temperaturen, die mich eher an einen guten Fruehling in Lille erinnern. Naja, fuer die Griechen ist es aber eher ein ungemuetlicher Winter und nicht selten werde ich gefragt warum ich denn nicht im Sommer kaeme...hum, bei 40°C strampeln, also ich weiß ja nicht.

Eigentlich wollte ich schon am Mittwoch weiter nach Rhodos, aber jetzt habe ich mich doch entschieden meinen Auffenthalt noch bis Samstag zu verlaengern. Von Ierapetra bin ich heute also zurueck nach Iraklio gefahren um noch einige Tage mit Elina zu verbringen, da wir uns bei meiner ersten Durchfahrt auf anhieb sehr gut verstanden hatten.

Knapp ueber 100 Km, aber kein Stress bei strahlender Sonne und leichtem Gegenwind. Um 12h habe ich den steilsten Teil der Berge schon hinter mir und treffe dann auch noch zwei sehr nette franzoesische Fahrradfahrer in einem Café (Marion und Pierre aus Briançon - ich sag ja, Fahrradparadies). Blauer Himmel, wunderschoene Landschaften, freundliche Menschen... optimal, denke ich mir undstrample froehlich vor mich hin. Joah, und dann fahre ich da halt so mir nichts dir nichts pfeiffend einen Berg hinunter, als die Straße urploetzlich mit ganz frischem Asphalt bedeckt ist. Tja, und dann lag er da der Julius. Ganz sanft (so sanft es eben geht bei ueber 30 Km pro Stunde) schlittere ich in voller laenge durch den frischen und noch warmen Asphalt. Aber so richtig schoen auf dem Bauch, wie sich das gehoert, keine halben Sachen, nee nee. Damit hatte ich dann nicht nur den ersten Sturz auf dieser Reise hinter mir sondern auch schwarze schmierige Beine, Arme, Haende und Fahrradtaschen.

Wozu auch mit einem Schild vorwarnen, denke ich bei mir und steige missmutig wieder aufs Rad, was dazu fuehrt, dass nun auch der ganze Lenker verklebt ist. Im naechsten Dorf halte ich an und es faellt mir nicht wirklich schwer zu erklaeren, was passiert ist, da man es mir ziemlich deutlich ansieht. Eine nette Frau gibt mir Wasser und Spuelmittel, was keinen, aber auch wirklich gar keinen Effekt hat. Egal dann erstmal nach Iraklio kommen und Benzin kaufen. Mittagessen kann ich mir auch klemmen. Keine Lust auf Teerstulle. Am liebsten wuerde ich ein Foto von mir machen, aber daran ist bei dem Zustand meiner Haende leider nicht zu denken. Auf ungemuetlichen und großen, dafuer aber direkteren Straßen mache ich mich, klebrig wie ich bin auf den Weg nach Iraklio. Dort komme ich nach zwei Stunden voellig verhungert an und errege an jeder Ampel ziemlich viel Aufsehen mit meinem neuen Teerlook. Elina ist noch nicht da, also fange ich in ihrer Straße schon mal mit meiner Benzindusche an, was nicht gerade weniger Aufsehen erregt. Vor dem Hintergrund, dass ich weiß wo ich schlafen werde finde ich die ganze Sache eigentlich ziemlich lustig und bin gluecklich darueber, dass mir das nicht in einem weniger vorteilhaften Kontext passiert ist.

So, mittlerweile habe ich geduscht und mich erfolgreich vom griechischen Straßenteer und vom Benzingeruch befreit. Morgen werde ich dann mal sehen, was sich mit den Taschen machen laesst.

 

Julius

 

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Commentaires : 1
  • #1

    Fa2ny (vendredi, 25 janvier 2013 22:03)

    Ta façon de raconter me fait rire. Pas besoin de photo, je te vois d'ici ! ;)
    Pas trop mal, au moins ?