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Der Schiffsstreik ist beendet und schweren Herzens habe ich mich den Anziehungskraeften der Insel Kreta entzogen. Auf dem wohl aeltesten Kahn der griechischen Passagierschiffsflotte ging es also Richtung Rhodos. Nach ueber 12 Stunden in einem Saal, der sich Lounge nennt aber ungefaehr so still und gemuetlich ist wie der Maschienenraum, habe ich Rhodos zu einer besonders praktischen Stunde erreicht: 2 Uhr Morgens. Es blieben mir also noch 5 Stunden Schlaf vor meiner Weiterreise nach Kos. Nicht etwa, dass ich keine Lust gehabt haette auch einige Tage auf Rhodos zu verbringen, aber ich war nach dem Tarifstreit wirklich schon sehr spaet dran um noch rechtzeitig zu meinem Treffen mit Daniel in Bodrum zu kommen (aller letzte Eisenbahn/Wackelkahn).

Ziemlich waehlerisch radle ich eine gute Stunde hin und her bevor ich mich endlich entschließe es mir im Schatten des Kasinos auf einem Liegestuhl  « gemuetlich » zu machen. Ich lege mich hin und halte mich fuer besonders klug fuer die verbleibenden 4 Stunden nicht extra das Zelt aufbauen zu muessen. Dieser Eindruck laesst mit zunehmender Kaelte aber ziemlich schnell nach und als die Sonne aufgeht bin ich voellig durchgefroren. Vor der Abfahrt nach Kos schaue ich mir wenigstens noch die Altstadt an und denke mir, dass die Insel bestimmt einiges zu bieten hat.

Das naechste Schiff ist doppelt so schnell und nicht mal halb so groß wie das andere. Waehrend mich das auf und ab der Wellen zurueck in den Schlaf wiegt, rentabilisieren einige Passagiere ihre Fahrtkosten und benutzen die kleinen Plastiktueten um sich von ihrem gerade erst verzehrten Fruehstueck zu trennen.


Von Kos aus ist die tuerkische Kueste zum greifen nah, was zur Folge hat, dass der Strand nicht nur mit ziemlichen haesslichen Riesenhotels, sondern auch mit verlassenen Militaergelaenden bebaut ist. Dafuer habe ich nirgends anders in Griechenland so viele Fahrradwege gesehen wie hier.


Morgen Nachmittag werde ich also das schoene Griechenland verlassen und mit Daniel eine Woche chillen. Mal so richtig Urlaub, und den habe ich auch dringend noetig. Immerhin bin ich in den letzten zwei Wochen fast... hum... also ja... fast ganze 200 Kilometer mit dem Rad gefahren. Ich habe mich ehrlich gesagt auch noch nicht ganz mit dem Gedanken angefreundet Griechenland  « schon » endgueltig zu verlassen. Vielleicht gibt es ja noch einen Rueckzug auf die Inseln. Es bleibt also spannend.

 

 

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Commentaires : 1
  • #1

    elina (dimanche, 10 février 2013 23:12)

    "...um sich von ihrem gerade erst verzehrten Fruehstueck zu trennen" ganz schön poetisch!!
    Die Wahrheit ist, dass manche Angelegenheiten noch erledigt werden müssen (sh. Rakomelo mit Panayiotis, "les castors et les souris",la vengeance de la sorciere, eine Übernachtung im "Dorf der Herzchen" mit einem Ausflug in die Berge eingeschlossen.. ) Naja.. auf jeden Fall bin ich schon gespannt auf die neuen Abenteuer vom kleinen Hans.

    PS. Save the Patafix-swans. Adopt one.